Die Entwicklung moderner, anspruchsvoller
Steuerungssysteme erfordert vielfältiges, interdisziplinäres Know-how. So sind
neben Hardware- und Applikationsentwicklung auch Betriebssystemanpassungen, die
Anbindung von Kommunikations- und Feldbussen sowie der Datenaustausch zwischen
parallel laufenden Prozessen notwendig.
Durch den Einsatz des
PLCcore-9G20 als SPS-Kern in anwenderspezifischen Steuerungen lässt sich dieser
Entwicklungsaufwand auf ein Minimum reduzieren.
Das PLCcore-9G20 ist ein
aufsteckbarer, OEM-fähiger Single Board Computer mit Linux und ein
einsatzbereiter IEC 61131-3 Laufzeit-Kern mit einem vorinstallierten CANopen
Manager. Das Modul ermöglicht mit geringstem Aufwand die Integration einer
kompakten und extrem leistungsfähigen Hard-SPS in maßgeschneiderte,
anwenderspezifische Applikationen - ohne für den IEC 61131-3 Laufzeit-Kern
zusätzliche Entwicklungs- oder Runtime-Lizenzen zahlen zu müssen. Das Board
vereint alle High-Speed-Komponenten auf einer äußerst kompakten,
Low-EMI-Multilayer-Leiterplatte. Ausgestattet mit umfangreicher und
leistungsfähiger Software ist es für den Einsatz unter industriellen Bedingungen
in den verschiedensten Applikationsfeldern geeignet.
Die mit 400 MHz
getaktete ARM9-CPU zeichnet sich durch hohe Performance bei geringer
Leistungsaufnahme aus. Das Linux Betriebssystem ermöglicht simultan zur
SPS-Firmware die Ausführung weiterer, beliebiger Anwenderapplikationen. Dabei
können SPS-Programm und Anwendersoftware Daten bidirektional unter Nutzung des
Prozessabbildes austauschen. Dank des frei programmierbaren on-board FPGA lassen
sich flexibel sowohl grundlegende digitale Ein- und Ausgänge als auch
hochkomplexe periphere Einheiten realisieren. So beinhaltet bereits die
Basisversion des FPGA unter anderem auch leistungsfähige Zähler- und
PWM-Einheiten. Zusätzlich verfügt das Board über 3 ADC-Kanäle. Die VHDL-Sourcen
des FPGA und der Sourcecode des I/O-Treibers sind als Driver Development Kit
(DDK) verfügbar. Dadurch ist die flexible Implementierung eigener
I/O-Anbindungen möglich.
Die umfangreiche CANopen-Bibliothek des
PLCcore-9G20 beinhaltet einen CiA 302 konformen CANopen-Manager. Dieser
unterstützt die automatische Knotenkonfiguration und ermöglicht so die flexible
Erweiterbarkeit des Moduls über CANopen-Baugruppen durch einfaches Plug &
Play. Weiterhin setzt das PLCcore-9G20 das CiA 314 Geräteprofil für "IEC 61131-3
programmable devices" (ehemals CiA 405) um und erlaubt so einen einfachen
Datenaustausch mit anderen CANopen-Modulen.
Neben Ethernet- und
CAN-Schnittstelle verfügt das PLCcore-9G20 zudem über 2 USB 2.0 Full Speed Host
Ports, einen USB Device Port und 4 UART Ports. Aufgrund dieser zahlreichen
Kommunikationsschnittstellen eignet sich das Modul hervorragend als zentrale
Baugruppe in verteilten Automatisierungssystemen sowie als
Kommunikations-Gateway.
Die Unterstützung der ARM9-Architektur durch
Linux als Mainstream CPU sichert die Verfügbarkeit aktueller Kernel-Versionen
für das Modul. Zudem existieren für ARM-Prozessoren zahlreiche Portierungen von
gängiger Standardsoftware bis hin zur industrietauglichen Linux Realtime
Erweiterung Xenomai.
Modul-Eigenschaften:
- Hardware:
- 32-bit Atmel AT91SAM9G20, 400MHz
- 4 MiB Flash für Anwenderprogramme
- 32 kiB nichtflüchtiger Prozessdatenspeicher
- FPGA (VHDL Source im DDK enthalten)
- RTC und Temperatursensor on-board
- Spannungsversorgung 3,3 V
- Software - IEC 61131-3:
- Linux mit Telnet, FTP und WEB-Server vorinstalliert
- IEC 61131-3 Runtime-Kernel vorinstalliert
- Programmierbar in IEC 61131 und in IEC 61131/PLC und Linux
- Simultaner Datenaustausch über Shared Memory
- Download: Ethernet, CANbus und seriellen Port
- CANopen-Manager mit automatische Knotenkonfiguration
(entsprechend CiA 302 und CiA 314)
- I/O Konfiguration (Standardtreiber, spezifisch anpassbar über das DDK):
- bis zu 24 Digitale Eingänge und 24 Digitale Ausgänge on-board
- 4 Highspeed Counter (Pulse/Dir oder A/B)
- 4 PWM-/PTO Ausgänge (Pulse/Dir)
- 3 Analoge Eingänge (10-bit)
- Modifizierbar via DDK (Verwendung von Memory-Mapped I/O's, I2C und SPI)
- Kommunikationsschnittstellen:
- 1x 10/100 Mbps Ethernet, on–board
- 1x Highspeed CAN2.0B
- 2x USB 2.0 Host, 1x USB 2.0 Device
- 4x Serielle Schnittstellen
- 1x SSC
- dedizierte Funktionsbausteine für:
- CANopen Master und Slave Funktionen
- Ethernet (UDP) Kommunikation
- Serielle Schnittstellen
- Real Time Clock (RTC)
- Hardware Counter und PWM/PTO
- nichtflüchtiger Speicher
- HMI (target-spezifisch auf dem Baseboard):
- Run/Stop-Schalter und Run-/Error-LED
- DIP- und HEX-Kodierschalter
- Betriebstemperaturbereich:
- kommerzieller Temperaturbereich von 0°C bis +70°C
- industrieller Temperaturbereich von -40°C bis +85°C
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