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CANopen Safety Protokoll - CiA DSP-304 CANopen Framework


Das “CANopen Framework for Safety-Relevant Communication” (CiA Draft Standard Proposal 304) definiert die CANopen-Protokolle für die Integration von sicherheitsrelevanten Geräten in CANopen-Netze. Das Protokoll ermöglicht es, sicherheitsgerichtete Geräte neben nicht sicherheitsgerichteten Geräten in einem CANopen-Netz zu betreiben. Die Sicherheitsfunktionen werden über spezielle Kommunikationsobjekte, die SRDOs (safety relevant data object) realisiert.

Ein SRDO besteht aus zwei CAN-Telegrammen. Für die Bildung eines SRDO gelten folgende Regeln:
  1. Die CAN-Identifier der zwei CAN-Telegramme unterscheiden sich in mindestens zwei Bitpositionen.
  2. Die Daten der beiden CAN-Telegramme sind redundant. Jedoch werden die Daten des zweiten CAN- Telegrammes bitweise invertiert.
  3. Ein SRDO wird periodisch übertragen, wobei der Abstand zwischen zwei SRDOs durch die SCT (safeguard cycle time) bestimmt ist.
  4. Der Abstand der beiden CAN-Telegramme eines SRDO darf die SRVT (safety relevant object validation time) nicht überschreiten.
  5. Die Reihenfolge der zwei CAN-Telegramme eines SRDO muss eingehalten werden. Zuerst erfolgt die Übertragung der realen Daten und anschließend folgt die Übertragung der invertierten Daten.
Der Empfänger (Datensenke) prüft die Gültigkeit eines SRDO. Die zeitliche und logische Abfolge der beiden CAN-Telegramme eines SRDO wird mit einem Erwartungswert verglichen. Anschließend erfolgt eine Verifizierung der Nutzdaten. Erkannte Fehler führen zum Wechsel in den sicheren Zustand der zugeordneten Aktoren. Der sichere Zustand ist in Abhängigkeit der Applikation vom Gerätehersteller und/oder Anwender zu definieren.

Die Eigenschaften der SRDOs (CAN Identifier, SCT, SRVT, Mapping) werden im Objektverzeichnis hinterlegt und über eine 16-bit-CRC (cyclic redundant check) auf Gültigkeit geprüft.

Um die Reaktionszeit in sicherheitsgerichteten Systemen zu erhöhen, wurde das “Global failsafe command” (GFC) definiert. Es besteht aus zwei hochprioren CAN-Telegrammen (CAN-Identifier 1 und 2). Mit dem Empfang von einem der zwei CAN-Telegramme ist das GFC bereits gültig. Das GFC enthält keine Daten und kann somit von allen Teilnehmern gesendet werden. Der auslösende Teilnehmer muss jedoch den “Auslösegrund” mittels SRDO nachliefern.

Das CANopen-Safety-Protokoll erlaubt es, sicherheitsgerichtete Sensoren und Aktoren direkt miteinander zu verbinden. Eine sicherheitsgerichtete Steuerung (z.Bsp.: speicherprogrammierbare Steuerung oder Sicherheitsmonitor) wird nicht benötigt. Somit lassen sich logisch vergleichbare Sicherheitsketten wie in herkömmlich verdrahteter Technik realisieren (z. B. Not-Aus-Taster wirkt direkt auf das Sicherheitsrelais).




Letzte Bearbeitung dieser Seite: 14. Juni, 2010
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